Über mich
Nicht jede berufliche Veränderung beginnt mit Unzufriedenheit.

Ich habe früh viel von der Welt gesehen und über viele Jahre mit Menschen aus unterschiedlichsten Ländern, Kulturen und beruflichen Kontexten gearbeitet.
Diese internationale Perspektive zog sich auch durch meine Karriere. Bei American Express Global Business Travel entwickelte sich daraus eine mehr als 15-jährige Laufbahn im Client Management und Business Development.
Berufliche Entwicklung folgte für mich lange einer ziemlich klaren Logik: Ich konnte etwas gut, war erfolgreich damit und bekam mehr Verantwortung. Ergab sich daraus der nächste interessante Karriereschritt, nahm ich ihn an.
Mehr Verantwortung, größere Aufgaben, die nächste Position – warum auch nicht?
Diese Logik funktionierte. Und genau deshalb stellte ich sie lange nicht infrage.
Eine andere Frage stellte ich mir dagegen kaum:
Nur weil ich etwas sehr gut kann – heißt das auch, dass es wirklich zu mir passt?
Denn im Laufe eines Berufslebens lernen wir weit mehr als Fachwissen. Wir lernen, was eine Rolle von uns verlangt. Wir entwickeln Routinen, passen uns unterschiedlichen Menschen und Situationen an und können mit der Zeit auch in Dingen ausgesprochen gut werden, die uns vielleicht weniger entsprechen, als es von außen den Anschein hat.
Erfolg zeigt, dass wir etwas können.
Er sagt noch nicht, ob wir diese Tätigkeit auch weiterhin machen wollen. Ob die Rolle zu uns passt. Ob die Bedingungen stimmen. Und ob die Art, wie wir arbeiten, langfristig die richtige für uns ist.
Als mein Sohn geboren wurde, bekam diese Frage für mich eine neue Bedeutung.
Meine damalige Position war mit hoher zeitlicher Flexibilität und viel Reisetätigkeit verbunden und ließ sich in dem Teilzeitmodell, das ich für unser Familienleben wollte, nicht sinnvoll weiterführen.
Ich entschied mich zunächst bewusst dafür, meinem Beruf weniger Raum zu geben und mehr Zeit für meine Familie zu haben.
Mein beruflicher Anspruch war damit nicht verschwunden. Aber die Kriterien, nach denen ich Arbeit bewertete, veränderten sich.
Zum ersten Mal fragte ich mich nicht nur:
Was kann ich?
Sondern:
Was davon möchte ich weiterhin tun? Welche Aufgaben liegen mir wirklich? Welche Rollen passen zu mir? Unter welchen Bedingungen arbeite ich besonders gut? Und welche Anforderungen kann ich zwar hervorragend erfüllen, möchte aber nicht mehr zum Mittelpunkt meines Arbeitsalltags machen?
Damit begann ich genauer zwischen Kompetenz und Passung zu unterscheiden.
Denn beides ist nicht dasselbe.
Wer etwas gut kann, bekommt häufig mehr davon: anspruchsvollere Aufgaben, mehr Verantwortung, die nächste Position. Das kann eine großartige Entwicklung sein.
Es kann aber auch bedeuten, dass wir immer besser in etwas werden, das wir eigentlich gar nicht weiter ausbauen möchten.
Und wenn Arbeit irgendwann unverhältnismäßig viel Kraft kostet, suchen wir die Ursache schnell bei uns selbst.
Bin ich weniger belastbar geworden? Fehlt mir Motivation? Warum fällt mir etwas schwer, obwohl ich es doch kann?
Dabei kann ein wesentlicher Teil des Problems ganz woanders liegen: in der Rolle, den Aufgaben, der Art der Zusammenarbeit, dem Maß an Autonomie oder den Bedingungen, unter denen wir arbeiten.
Diese Zusammenhänge habe ich später auch arbeits- und organisationspsychologisch vertieft.
Gute Leistung und gute Passung sind nicht dasselbe.
Man kann nach außen hervorragend funktionieren und gleichzeitig dauerhaft sehr viel Energie dafür aufwenden, sich an eine Arbeitsweise anzupassen, die nicht besonders gut zur eigenen Person passt.
Für mich war diese Erkenntnis entscheidend.
Denn Arbeit nimmt einen erheblichen Teil unseres Lebens ein. Wenn sie dauerhaft unnötig viel Energie bindet, bleibt das selten auf den Beruf beschränkt. Diese Energie fehlt möglicherweise dort, wo wir sie ebenfalls einsetzen möchten – in der Familie, in Beziehungen, für Freundschaften, Interessen oder schlicht für uns selbst.
Umgekehrt bedeutet Passung für mich nicht, dass Arbeit immer leicht sein muss.
Beruflicher Erfolg verlangt Einsatz, Disziplin, Lernen und immer wieder Aufgaben, die anstrengend sind.
Aber es macht einen Unterschied, ob einzelne Herausforderungen Teil eines grundsätzlich passenden Modells sind – oder ob das gesamte Modell darauf angewiesen ist, dass wir permanent gegen unsere bevorzugte Art zu arbeiten ankämpfen.
Ich selbst habe zunächst bewusst zurückgesteckt und mit über 40 beruflich noch einmal neu angesetzt.
Ein Schritt zurück muss kein Rückschritt sein.
Und ein neuer Weg muss nicht kleiner sein als der bisherige.
Bei Bruckner Consulting baute ich das Geschäftsfeld Führungskräfteentwicklung auf und entwickelte dessen inhaltliche Ausrichtung und Angebote weiter.
Heute bin ich Partnerin der Unternehmensberatung.
Für mich zeigt diese Entwicklung sehr deutlich: Ein Berufsleben muss nicht linear verlaufen, um erfolgreich zu sein.
Wir können einer Lebensphase bewusst mehr Raum geben. Wir können Prioritäten verändern. Wir können vorhandene Erfahrung neu einsetzen. Und wir können auch nach vielen Berufsjahren noch etwas Neues aufbauen.
Nicht weil vorher alles falsch war.
Sondern weil wir heute möglicherweise genauer wissen, was wir können, was wir wollen und wie wir künftig arbeiten möchten.
Genau diese Perspektive prägt heute meine eigene Beratung.
Ich arbeite mit Frauen, die beruflich bereits etwas aufgebaut haben – im eigenen Business ebenso wie in einer Anstellung.
Frauen, denen es nicht an Erfahrung, Kompetenz oder Leistungsbereitschaft fehlt.
Sondern die merken, dass das, was lange funktioniert hat, nicht mehr vollständig zu ihrer nächsten beruflichen Phase passt.
Vielleicht funktioniert dein Business, aber die Art, wie du es aufgebaut hast, passt immer weniger zu dir.
Vielleicht bist du beruflich erfolgreich und fragst dich trotzdem, warum deine Arbeit dich so viel Kraft kostet.
Vielleicht weißt du, dass sich etwas verändern soll, kannst aber noch nicht greifen, was eigentlich das Problem ist.
Oder du möchtest deine nächsten Jahre nicht einfach aus dem bisherigen Weg ableiten, sondern bewusst entscheiden, was du weiterführen, verändern oder neu aufbauen möchtest.
Dabei glaube ich nicht an ein einziges richtiges Karrieremodell.
Die nächste gute Entscheidung kann mehr Verantwortung bedeuten – oder weniger. Wachstum – oder bewusst weniger Komplexität. Selbstständigkeit. Eine andere Form der Selbstständigkeit. Eine neue Rolle. Weniger Arbeitszeit. Eine Pause. Oder die Entscheidung, vieles zu behalten und nur einzelne Bedingungen gezielt zu verändern.
Entscheidend ist nicht, welches Modell von außen am erfolgreichsten aussieht. Entscheidend ist, welches zu dir, deinen Fähigkeiten und deinem Leben passt.
Genau dabei unterstütze ich.
Wir schauen nicht nur darauf, was du gut kannst.
Sondern darauf, was davon du künftig nutzen möchtest, wie du arbeiten willst, welche Bedingungen du brauchst – und was du daraus für deine nächsten beruflichen Jahre gestalten möchtest.
Denn Erfahrung legt unseren weiteren Weg nicht fest.
Sie versetzt uns vielmehr in die Lage, ihn bewusster zu gestalten.